Geschichte

Lädeli-Leben mit Tuch- und Kolonialwaren

Grosis Einkauf von gestern geschieht heute in Shopping Malls und Erlebniswelten. Aus damaligen Markenprodukten sind globale Brands geworden. Im BuumeHus erzählen Objekte des täglichen Bedarfs ihre Geschichte und die ihrer Konsumentinnen und Konsumenten.

Im ehemaligen Dorfladen des BuumeHus in Oberdiessbach scheint die Zeit eingefroren. Nur Staub hat sich sanft auf die Zeitzeugen gelegt. Waagen, Messgeräte, Reisbesen, Dosen und Behältnisse aller Art zeugen vom Charme vergangener Lebensart. Merceriewaren, Seifen und Maggisuppenschilder aus Email haben ausgeharrt und unbeschadet überdauern können. Man meint, Ausdrücke wie "Südfrüchte" und "Kolonialwaren" förmlich riechen zu können und überlegt sich ihre Herkunft.

Ein Zeit-Geschenk

Heute ist der Laden im BuumeHus geschlossen. Die Geschwister Baumann führten das Lädeli bis anfangs der 90er-Jahre. Nach ihrem Tod vermachten sie die Liegenschaft der Gemeinde, mit dem Wunsch, daraus ein Dorfmuseum zu machen. Sie wussten um die spezielle Ausstrahlung ihres Gebäudes: Ein historischer Laden, ohne Telefon oder Zentralheizung, mit offenem Rauchabzug in der Küche, schönen Gewölbekellern und lauschigem kleinen Park. Als eine Arbeitsgruppe die Schränke öffnete, begann das grosse Staunen: Da gabs Sirup aus dem letzten Jahrhundert, zweihundertjährige Korrespondenz oder Kernseife aus Vorkriegsbeständen. Jahrzehntelang wurde kaum ein Beleg weggeworfen. Zwischen mit Matritzen gedruckten Preislisten lagerten handkolorierte Werbeplakate für Raucherwaren oder Milka-Schokoladen, die heute sinnigerweise im Philipp-Morris-Konzern produziert werden.

Neue Kundschaft kommt

Nun wird der Laden von neuen Gästen besucht. Schrittweise entwickelt sich das Buume¬Hus zu einer Art Ladenmuseum. Der Kulturverein und die Gemeinde Oberdiessbach arbeiten daran, das BuumeHus und seinen Inhalt zu renovieren, reparieren, sortieren, inventarisieren, konservieren, archivieren, präsentieren und – zu beleben. Im Gewölbekeller des Kulturhauses finden Konzerte statt. Das BuumeHus wird für Feste vermietet und die ersten Klein-Ausstellungen zeigen Schätze aus dem hauseigenen Fundus.

Geschichte erleben

Sei es die Geschichte des Mineralwassers oder der Schweizer Chocolade, Raucherwerbung, Verpackungen, Seifen und Reinigungsmittel, etcetera... – Nostalgiker und Geschichtsgelehrte, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Detailhandels-Fachleute oder interessierten Frauen und Männer können im BuumeHus eine Reise in die Vergangenheit antreten – durch die Begegnung mit einzigartigen Objekten, Erzählungen von Zeitzeugen und in einer unvergleichlichen Atmosphäre des alten Hauses. Geschichte wird hier auf spezielle Weise zugänglich.

Baumann-Zuber-Haus-Geschichte

Zur Geschichte des Baumann-Zuber-Hauses hat Dorfchronist Peter Vogel aus Oberdiessbach für den Alpenhorn-Kalender 1998 einen Aufsatz verfasst.

PDF Baumann-Zuber-Haus-Geschichte (68 KB)

Sonntag 3. Juni 2012 ab 16 Uhr:
Speis und Trank wie im alten Bern

«BuumeHus – ein Dorfladen und die Welt» Eine Ausstellung rund um Kolonial-Waren

Eingemachte Früchte

Zwetschgen 1890 – ein Kompott mit dem Jahrgang eines historischen Weins. Als engagierte Menschen beim Aufräumen die BuumeHus-Schränke öffneten, fanden sie vor Jahrzehnten Eingemachtes. In handgemachten Bügelflaschen, angeschrieben in alter deutscher Schrift. Ob der Inhalt noch munden würde?